Vortrag Tilman Hoppstock


Die impressionistische Gitarre


Es gibt bedauerlicherweise sehr wenig Gitarrenliteratur aus dem Stil-Genre, das Claude Debussy und Maurice Ravel, aber auch andere bedeutende Impressionisten wie z. B. Henry Duparc (1848-1933), Cyril Scott (1879-1970) und John Ireland (1879-1962) so meisterhaft prägten. Allerdings exisitiert eine Reihe von Tonsetzern, die unter dem Einfluss der französischen Schule immer wieder impressionistische Klangelemente in ihre Gitarrenmusik haben einfließen lassen. Hierzu gehören u. a. Manuel de Falla, Heitor Villa-Lobos, Maurica Ohana, Toru Takemitsu und natürlich Joaquin Turina. In dem heutigen Vortrag geht es weniger darum, einen Querschnitt aus den Werken der oben genannten Komponisten konzertant vorzustellen, als vielmehr typische Kompositionstechniken aufzuzeigen.

Hoppstock wird Fragmente aus diverser Gitarrenliteratur live zu Gehör bringen und im Anschluss daran seinen neuen zehnminütigen Zyklus - “12 impressionistic Sketches for Guitar“ - kurz präsentieren und erläutern. Hierin werden viele der zuvor im Vortrag behandelten Klangelemente in unterschiedlichster Weise integrativ verarbeitet.





Tilman Hoppstock (*1961), studierter Cellist und Gitarrist, ist seit 40 Jahren als weitgereister Solist und Kammermusiker auf allen Bühnen der Welt zuhause. Er erhielt Einladungen an die “Royal Academy" (London), die "Manhattan School of Music", an die “University of South California” (Los Angeles) und bekleidete zudem von 2003 bis 2005 eine Gastprofessur an der Universität in Piteå (Schweden). Im Jahre 2013 erhielt er den ”Darmstädter Musikpreis”. Mit seinen drei Buchveröffentlichungen über die Lautenwerke Bachs hat er sich zudem als Musikwissenschaftler einen internationalen Ruf erworben. 2014 promovierte er mit seiner Arbeit über die Lautenfugen Bachs zum Dr.phil. In Kürze erscheint beim Label „Christophorus“ seine neueste CD mit den bachschen Cellosuiten Nr. 1, 2 und 5 in Gitarrentranskription. Neben seiner Konzerttätigkeit kümmert er sich mit Hingabe um seine Studenten an der Akademie für Tonkunst. Ein Faible hat er für Krimis und russische Literatur, kann sich aber als Spezialist für Gefieder jeder Art ebenso für die Geschichten um Entenhausen begeistern. Darüber hinaus ist er leidenschaftlicher Kunstliebhaber und genießt - am liebsten zusammen mit Freunden - die großen Weine aus Frankreich und Italien. Mit seiner Frau, der Gitarristin Piera Dadomo, spielt er gerne (aber zu selten) im Gitarrenduo.