Vorgestellt werden acht Meisterinstrumente aus Deutschland, Italien, Belgien und Großbritannien. Mit Lisa Weinzierl, Ivan Bruna und Karel Dedain beehren hierbei gleich drei großartige Gitarrenbaumeister zum ersten Male unser Festival. Wie immer wird T. Hoppstock verschiedene Musikstücke unterschiedlichen Charakters anspielen, wobei in vier Durchgängen die Parameter Ausgeglichenheit, Transparenz, Dynamik, Klangvielfalt, Gesanglichkeit und Tragfähigkeit näher beleuchtet werden. Während dieser etwa 45-minütigen Vorführung bleibt dem Publikum verborgen, welches Instrument jeweils erklingt, um beim Hören die größtmögliche Objektivität zu gewährleisten.


Im Anschluss daran erhalten alle Zuhörer die Möglichkeit, die acht Instrumente zu testen. Alle Gitarrenbaumeister werden persönlich anwesend sein, um Fragen über ihre Instrumente zu beantworten oder auch andere gitarrenbauspezifischen Probleme zu erörtern. Jedes Instrument kann direkt käuflich erworben werden.



ACHTUNG:

Veranstaltung in Akademie für Tonkunst !!!!

Die Gitarrenbaumeister


Ivan Bruna (Italien, *1975),

geboren und aufgewachsen in Milano, studierte an der Civica Scuola di Liuteria di Milano. Während dieser Zeit – er beschäftigte sich ganz allgemein mit dem Bau von Streich- und Zupfinstrumente – spezialisierte er sich in die Konstruktion von klassischen Gitarren. Später erweiterte er sein Wissen in der Werkstatt des Gitarrenbaumeister Enrico Bottelli (Provinz Pavia), wo er die Kunst des Gitarrenbaus zu verfeinern lernte. Er selbst sagt: “Mein Ziel ist es, Instrumente mit einem warmen, runden Klang zu kreiieren. Sie sollten immer leicht und geschmeidig zu spielen sein, und zwar für beide Hände.“ Und genau dies setzt Ivan mit seinen Instrumenten in die Tat um: Singende, warm klingende Instrumente mit einem „butterweichen“ Spielgefühl.


Christopher Dean (England),

geb. 1958 in Lincoln (England), stammt aus einer Familie von Ingenieuren und Handwerkern. In jungen Jahren erlernte er das Gitarrenspiel, beschäftigte sich außerdem mit dem Gitarrenbau und fertigte bereits als Teenager sein erstes Instrument an. Nach einer dreijährigen Berufsausbildung in “Musical Instrument Technology” in London arbeitete er für drei Jahre in der Instrumentenwerkstatt des Gitarrenbauers Paul Fisher bis er sich 1985 in den Cotswold Hills (England) selbständig machte. Die meisten seiner Instrumente fertigt Christopher für Gitarristen in England und Japan. Aber auch in anderen Ländern Europas hat er sich einen hervorragenden Ruf als Gitarrenbauer erworben. Seine Instrumente zeichnen sich in besonderer Weise durch eine ausgeprägte Gesanglichkeit im Diskantbereich aus.


Karel Dedain (Belgien, *1976)

brachte die Liebe zur Flamencomusik zum Gitarrenbau. Seine erste Gitarre entstand 1999 und führte nach Beendigung seiner Ausbildung im Centrum voor Muziekinstrumentenbouw in Puurs (Belgium) dazu, dass er sich 2006 selbständig machen konnte. Zusammen mit Walter Verreydt (ihm verdankt er einen Großteil seiner erlernten Fähigkeiten) unterrichtet er heute selbst an dieser renommierten Instrumentenbauschule. Zu seiner Tätigkeit sagt Karel: „Neben meinem ’eigenen’ Konzertmodell, baue ich sehr gerne Kopien von Gitarren der großen Meister wie z. B. Arias, Hauser, Garcia oder Torres. Den stetigen Versuch diese wunderbaren Instrumente zu ’verstehen’, bilden die beste Grundlage, seine eigenen Fähigkeiten zu verbessern.“


Ennio Giovanetti (Italien,*1976)

zählt seit Jahren zu den jungen etablierten Gitarrenbauern Italiens. Nach dem Abschluss der technischen Schule entdeckte er - zunächst fasziniert vom Klang verschiedener ethnischer Instrumente - mit 19 Jahren die Welt der Gitarre. 1998 trat er in der „Scuola di Luteria“ in Milano ein und wurde in die Geheimnisse des Lauten- und Gitarrenbaus eingeweiht. Seine Kenntnisse - insbesondere über die Konstruktion historischer Instrumente - verdankt er in erster Linie dem Gitarrenbaumeister Enrico Bottelli (*1961), dessen Erfahrungsschatz einen großen Einfluss auf die Arbeit Giovanettis hat. In der relativ kurzen Zeit, in der sich Ennio nun selbstständig gemacht, finden seine Instrumente vor allem in Italien und Deutschland einen immer größeren Liebhaberkreis.


Andreas Kirschner (Deutschland,*1975)

darf sich zur ersten Riege der deutschen Gitarrenbauer zählen. Seine Instrumente, insbesondere seine Double-Top-Gitarren aus Fichte sind weltweit gefragt. Nach einer Tischlerlehre besuchte er von 2002 bis 2004 die Berufsfachschule für Geigen- und Zupfinstrumentenbau in Mittenwald und beendete seine Ausbildung zum Gitarrenbauer in der Meisterwerkstatt von Leo Sprenger. Andreas’ Arbeit wird bereichert durch einen ständigen Austausch mit Kollegen und professionellen Gitarristen und sein Ziel ist es, den Gitarrenbau mithilfe von Innovation und Perfektion voranzutreiben. Handwerkliche Präzision, Einfühlungsvermögen, eigene Erfahrungen als Gitarrespieler, und Neugier sind für ihn wichtige Faktoren, die seine Instrumente zu dem machen, was sie sind. 


Otto Rauch (Deutschland,*1955),

der 1979 mit dem Gitarrenbau begann, gehört zu den angesehensten Gitarrenbaumeistern Deutschlands und ist im Laufe der Zeit mit vielen großen Gitarristen zusammen gekommen (u.a. J. McLaughlin, A. Romero, D. Russell und F. Bungarten, der über viele Jahre Ottos Gitarren für Konzerte und Aufnahmen verwendete). 2005 war er Gast beim weltgrößten Gitarrenfestival der Guitar Foundation of America in Cleveland. Seine Flexibilität als Gitarrenbaumeister zeigt sich in den verschiedenartigen Modellen, die er anbietet. Das Otto Rauch Hauser 1930 Modell wird übrigens von dem darmstädter Gitarristen Stefan Hladek gespielt. Darüberhinaus fertigt er auch Stradivari Barockgitarren und Double-Topmodelle an. Seine Instrumente werden mittlerweile in China und den USA vertrieben.


Walter Verreydt (Belgien),

geboren *1958 in Lier, baute seine erste Gitarre im Jahre 1985. Als Lehrmeister für Holzverarbeitung - einem Beruf, dem er einige Jahre nachging - und als gleichzeitig passionierter Musikliebhaber war der Weg zum Instrumentenbauer eine fast logische Folge seines beruflichen Werdegangs. Von Beginn an hatte Walter die Möglichkeit sich mit den Instrumenten der großen Gitarrenbaumeister wie z. B. Fleta, Bouchet, Hernandez-Aguado und anderen hautnah zu beschäftigen. Außerdem pflegte er gute Kontakte zu Daniel Friederich und José Romanillos. Neben seiner Tätigkeit als Bauer der großartigsten Instrumente (sowohl in Fichte als auch in Zeder) ist Walter Verreydt seit 1988 als Lehrer für klassischen Gitarrenbau am Centrum voor Muziekinstrumentenbouw in Puurs (Belgien) tätig.


Lisa Weinzierl (Deutschland, *1995)

kam bereits früh in Kontakt mit Musik. Sie lernte zunächst Zither und vertiefte dies als Jungstudentin an der Musikhochschule München. Heute widmet sie sich dem Bau und der Restaurierung von klassischen Gitarren. Ihre Ausbildung zur Zupfinstrumentenmacherin absolvierte sie an der Instrumentenbauschule in Mittenwald (mit dem Abschluss des bayerischen Staatspreises). Anschließende beschäftigte sie sich in der Werkstatt von Christopher Schuetz (Frankreich) mit dem Neubau von klassischen Gitarren sowie mit der Restaurierung von französischen Romantikgitarren. Wieder zurück in Deutschland arbeitete sie bei Peter Ziegler, Gert Esmyol und in der Werkstatt von Siccas Guitars in Karlsruhe und hatte so die Gelegenheit, an vielen interessanten Instrumenten zu arbeiten.





Gitarrenvorführung und Gitarrenausstellung